Besucher seit 01.09.2004
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Einrichtung des Terrariums

Als Bodensubstrat empfiehlt sich ein Sand-Lehm Gemisch (5:1) oder Dragon Termite Sand, beides ist in feuchten Zustand grabfähig und im trockenen Zustand fest. Dies füllt man mindestens 5cm hoch ins Terrarium um den Geckos auch Grabmöglichkeiten zu bieten. Quarzsand oder Sand vom Kinderspielplatz sind ungeeignet, diese könnten scharfkantig und verunreinigt sein. Da die Tiere bei der Nahrungsaufnahme auch ein wenig Bodensubstrat fressen, könnte man sie vergiften oder durch zu spitze Sandkörner könnten innere Verletzungen entstehen.

Je größer das Terrarium desto besser, eine Größe von 100x50 für zwei Tiere sollte es aber nicht unterschreiten. Hier sind auch die jeweils geltenden Tierschutzgesetze zu beachten, diese können von Land zu Land sehr unterschiedlich ausfallen.

Mindestbeckengröße für Leopardgeckos lt. Tierschutzgesetz:
Österreich:
1-2 Tiere bis 10cm:
Grundfläche 0,10m² -- Höhe 0,30m -- zusätzliche Fläche für jedes weitere Tier 0,10m²
1-2 Tiere 10-15cm: Grundfläche 0,30m² -- Höhe 0,40m -- zusätzliche Fläche für jedes weitere Tier 0,10m²
1-2 adulte Tiere: Grundfläche 0,50m² -- Höhe 0,40m -- zusätzliche Fläche für jedes weitere Tier 0,20m²
Deutschland:
In Deuschland wird mit der
Kopf-Rumpf-Länge (KRL) gemessen, diese wird bei Eublepharis Macularius mit 4x3x2 (LxBxH) multipliziert. Die daraus resultierende Größe gilt für 1.1 Tiere, für jedes weitere Tier: Grundfläche plus 15%.
Schweiz:
In der Schweiz wird mit der
Körperlänge gemessen, diese wird bei Eublepharis Macularius mit 4x3x2 (LxBxH) multipliziert. Die daraus resultierende Größe gilt für 1.1 Tiere, für jedes weitere Tier muss eine Fläche von 2x2 der Körperlänge des größten Tieres hinzugerechnet werden. Am Beispiel von zwei ausgewachsenen Tieren mit jeweils 25cm müsste das Terrarium also 100x75x50cm groß sein.

Weiters kann man die Grundfläche durch Anbringen von Ebenen oder Rückwänden vergrößern, was sich bei mir sehr bewährt, denn meine Leopardgeckos klettern sehr gerne. Diese Ebenen kann man aus Styropor zurechtschneiden und danach mit einer Mischung aus elastischem Fliesenkleber und Abtönfarbe anstreichen. Den "felsigen Touch" erreicht man, wenn man zerkleinerte Styroporkugeln in den Fliesenkleber mischt. Nach einer Trockenzeit von einer Woche klebt man diese Plattformen einfach mit Aquariumsilikon auf die Glasscheibe.
Eine weitere Möglichkeit ist wenn man auf den feuchten Fliesenkleber Sand streut, dieser wird vom Kleber aufgenommen und man lässt das ganze mal trocknen, danach wird dies noch mit mattem Klarlack angestrichen um den Sand zu fixieren. Das Ergebnis ist meiner Meinung sehr ansprechend und die rauhe Oberfläche eignet sich gut zum Klettern. Zu verwenden ist Klarlack auf Wasserbasis mit DIN EN 71-3 (für Kinderspielzeug geeignet), die Trockenzeit ist abhängig davon wie viel Lack verwendet wurde, ich würde mehrere Wochen empfehlen bis die Rückwand nicht mehr nach Lack riecht.

Hier ein Bild unseres Terrariums mit der selbstgebauten Rückwand:

Terrarium von leopard-geckos.net


Als Unterschlupf der Geckos dient eine Höhle, diese gibt es in unterschiedlichsten Formen und Größen im Handel. Von Vorteil sind Höhlen, die nicht allzu hoch sind, denn ein Leopardgecko fühlt sich erst so richtig geborgen, wenn sein Körper die Höhlendecke berührt. Es sollten auf jeden Fall mehrere Versteckmöglichkeiten vorhanden sein, im Bild oben seht ihr z.B. drei Höhlen.
Man kann diese Höhlen auch selbst bauen, z.B. aus Steinplatten. Dabei ist unbedingt zu beachten, dass diese gut mit Aquariumsilikon verklebt werden, damit keine Einsturzgefahr besteht. Das ist natürlich bei der gesamten Terrariumeinrichtung zu beachten, die Geckos sollen sich ja nicht verletzen können.

Die Reinigung des Terrariums ist einfach, die Tiere koten meist in die gleiche Ecke, was man leicht entfernen kann. Für die Glasscheiben des Terrariums gibt es spezielle Reiniger im Zoohandel, die für Reptilien gut verträglich sind, damit verschwinden auch die Kalkablagerungen welche durch das Besprühen entstanden sind. Zwei Mal im Jahr wechsle ich das Bodensubstrat komplett, damit die Tiere ein sauberes Heim haben.


Beleuchtung/Heizung

Reptilien sind wechselwarme Tiere, das heißt, sie können ihre Körpertemperatur nicht selbständig regeln und benötigen in der Natur die Sonne, um sich aufzuwärmen. Ohne die nötige Wärme arbeitet ihre Verdauung nicht und die Tiere würden nicht lange überleben. Deshalb ist das Thema Beleuchtung/Heizung sehr wichtig, wo es allerdings die unterschiedlichsten Meinungen gibt.
Ich bevorzuge Spot-Strahler (vom Zoofachhandel, mit UV-Licht) und einen Heizstein als Licht- und Wärmequelle, zusätzlich habe ich noch eine Leuchtstoffröhre in Verwendung, einfach um das Terrarium besser auszuleuchten. Am Heizstein hat es eine Temperatur von ca. 35-40°C, wo sich die Tiere aufwärmen können. Die Lufttemperatur sollte an der heißesten Stelle 30-40°C betragen, in der Höhle muss es weitaus kühler sein (ca. 20-24°C), dadurch darf die Höhle nicht direkt unter einem Spot oder über einer Heizmatte angebracht sein. UV-Licht ist für Leopardgeckos im Gegensatz zu vielen anderen Reptilien nicht lebensnotwendig, schaden wird es aber auf keinen Fall. Man sollte darauf achten, dass im Terrarium ein möglichst breites Temperaturspektrum entsteht, damit der Gecko seine momentan bevorzugte Temperatur selbst wählen kann. Das heißt z.B.: Spot und Heizstein auf die linke Seite und die Höhle auf die rechte Seite des Terrariums.

!!! ACHTUNG !!! Heizmatten und auch manche Heizsteine können hohe Temperaturen entwickeln, wenn diese zum Einsatz kommen ist zu beachten, dass die Tiere keine Möglichkeit haben sich daran zu verbrennen, denkt daran dass sie manchmal bis zum Terrariumboden graben! Außerdem müssen die Spots so angebracht sein, dass die Geckos diese auf keinen Fall erreichen können, d.h. entweder hoch montieren oder einen Spot-Schutzkorb anbringen.
In meinem Aufzuchtbecken befindet sich ein Heizstein von Exoterra, mit diesem bin ich überaus zufrieden, in meinem großen Terrarium allerdings habe ich einen von NamibaTerra, auf diesem Stein habe ich im Dauerbetrieb mehr als 53°C gemessen, das ist viel zu hoch und meiner Meinung nach völlig inakzeptabel. Das Problem habe ich so gelöst, dass ich den Heizstein an meine digitale Zeitschaltuhr angeschlossen habe, er ist nur Abends immer für 10 Minuten in Betrieb, danach wieder für 30 Minuten aus usw., so liegt die Maximaltemperatur bei knapp unter 40°C.